Jura

Warum ich meinen Schwerpunkt nach dem Staatsteil gemacht habe

Zunächst einmal: ich habe bereits vor dem ersten juristischen Staatsexamen den Schwerpunkt gewählt und besucht, jedoch die Seminararbeit und die Schwerpunktklausur nach dem staatlichen Teil gelegt. In diesem Beitrag soll es nicht darum gehen, welche Vor- und Nachteile es hat, den Schwerpunkt vorher oder nachher zu machen. Es geht vielmehr darum, dir einen Einblick in meine Entscheidung zu verschaffen und herauszufinden, ob es auch für dich der richtige Weg sein könnte.

Wir sind alle verschieden und haben alle andere Bedürfnisse. Es kann sein, dass für tausend Menschen die eine Lösung die richtige ist, doch für einen eben nicht. Deshalb solltest du dir im Klaren über deine Bedürfnisse sein und nicht blind dem Schwarm hinterher schwimmen.

Sei mutig einzigartig zu sein!

Mein Schwerpunkt

Ich habe mich für den Schwerpunkt „Kriminalwissenschaften“ entschieden. Ich hatte schon immer im Bereich Strafrecht die größte Leidenschaft, war mir aber lange Zeit unsicher, ob ich tatsächlich beruflich Strafrecht machen möchte. Mittlerweile kann ich mir das deutlich besser vorstellen.

Meine Entscheidungsgründe

Im vierten Semester sprach ich mit einem Bekannten, der erst nach dem staatlichen Teil seine Prüfungen im Schwerpunkt abgelegt hat. Da kam es mir zum ersten Mal in den Sinn, dass das möglich ist.

Für mich stand fest, dass ich den Freiversuch schreiben werde. Ich wurde also mit der Entscheidung konfrontiert den Schwerpunkt sehr, sehr früh zu machen (dieser Zug war bei mir schon abgefahren), für den Schwerpunkt und den Freiversuch parallel zu lernen oder den Schwerpunkt nach dem Freiversuch zu machen.

Was für mich eher dagegen sprach:

Die Höchstfrist (13 Semester), die man einhalten muss, ist einem immer im Nacken. Wenn man das Staatsexamen geschafft hat, ist es natürlich einfach zu sagen, dass dieser Weg genau der Richtige war. Man muss sich einfach bewusst sein, dass es möglich ist durchzufallen und dann auch noch diese blöde Höchstfrist des Schwerpunkts über sich schweben hat. Zum Glück lief bei mir alles glatt und trotz Verbesserungsversuch im Staatsteil wird der Schwerpunkt entspannt abgehakt. (Anmerkend: ich habe das Examen schon nach dem 8. Semester geschrieben. Es kann also anders aussehen, wenn man es erst im 9. Semester schreibt).

Was für mich dafür sprach:

Den Freiversuch wollte ich in jedem Fall ernst nehmen, sonst hätte ich mir den Ärger erspart. Parallel noch den Schwerpunkt zu machen überforderte mich schon, wenn ich nur daran dachte.

Mein Bauch wollte auch unbedingt mitentscheiden. Es soll ja anscheinend gut sein, wenn man auf seine Intuition achtet. Irgendwie habe ich mich nie so recht bereit gefühlt die Seminararbeit für den Schwerpunkt zu machen. Woran das so genau lag, kann ich nicht sagen. Jedenfalls nehme ich mein Gefühle ernst. Irgendwie sollte es noch nicht sein.

Zugegeben, ich habe nicht das aller größte Vertrauen in meine Fähigkeiten und sehe tausend Möglichkeiten, dass etwas schief gehen kann. So dachte ich mir, dass es irgendwie wenig Sinn machen würde, den „leichteren“ Schwerpunkt vorher zu machen und zu bestehen. Am Ende jedoch durch das Staatsexamen durchzufallen. Da hätte ich ja gleich mir den Ärger mit dem Schwerpunkt und die Zeit sparen können, um früher einen anderen Weg einzuschlagen. Nun ja, ein sehr katastrophalisierender Gedanke. Aber im Nachhinein ist es immer leicht zu sagen: „So schlimm war das Staatsexamen doch nicht“.

Natürlich kann es dagegen sprechen, dass man nach dem Lernen auf das Examen einfach nur Ruhe möchte! In meinem Fall dachte ich: endlich mal wieder spannendes Strafrecht! Schließlich hat man im Examen ja leider nur eine Strafrechtsklausur. Irgendwie habe ich gewusst, dass ich mich nach dem Staatsteil gerne wieder mit der Kriminalwissenschaft beschäftigen möchte und dabei der Stress (im Vergleich zum Examen) nebensächlich ist. Bis jetzt (ich bin gerade mitten in der Seminararbeit) ist es auch so 🙂

Auch wollte ich mein Studium etwas entschleunigen und das geht für mich mit Examen in der Tasche (anders als „Schwerpunkt in der Tasche“) besser, da nun das gute Gewissen da ist. Ich wollte einfach nicht gleich ins Referendariat einsteigen und noch etwas „reifer“ werden. Mit meinen 23 Jahren fand ich mich noch nicht so alt, um mich zu beeilen. Für mich war es nicht so wichtig nach dem Staatsexamen „endlich frei“ zu sein (was man ja streng genommen sowieso nicht ist, wenn man gleich ins Referendariat einsteigt).

Alles Ansichtssache

Diese Entscheidung kann nur jeder für sich treffen. Dumme Sprüche wie „das hätte ich so nie gemacht“ sollten am Besten gleich überdacht werden, denn das sagt es ja schließlich schon: „das hätte ICH so nie gemacht“. Also lasst euch auf keinen Fall von anderen verunsichern! Entscheidet für euch und blendet die anderen aus.

Eure Meinungsstreiterin

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