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#ErstiReihe & andere Semester – Vorlesung besuchen oder nicht? Alternativen im Unialltag

Wir sind alle unterschiedliche Menschen, da liegt es nahe, dass wir auch unterschiedlich lernen. Warum sitzt jemand in einer Vorlesung, in der er nichts aufschnappt und der andere lernt in der Bib, obwohl er sich unwohl fühlt. Manchmal ist es schwierig gegen den Strom zu schwimmen, denn das schlechte Gewissen hämmert gegen die Innenwände des Kopfes. Deshalb sollte man als „Anders“-Lerntyp hinausposaunen: „es geht auch anders!“ So fühlen sich andere verstanden und wissen, sie sind nicht die einzige Person, bei der sich das alles irgendwie falsch anfühlt.

Ich bin zum Teil dieser „Anders-„Lerntyp und kann dir nur ans Herz legen nicht dem Schwarm blind hinterher zu schwimmen, sondern deine eigenen Lernerfahrungen zu machen. Finde heraus was für dich funktioniert, damit du dich auch effektiv auf Prüfungen vorbereiten kannst. Aber keine Sorge, natürlich ist es völlig okay am Anfang erstmal der Masse hinterherzugehen! Das sollst du auch. Schließlich musst du auch herausfinden wie das Unileben so funktioniert und ob es gerade so für dich am Besten funktioniert, wie für die meisten auch.

Entweder Vorlesung besuchen oder nicht

Einige Vorlesungen sind leider Pflicht, weil der Dozent hier eigensinnig ist und es darauf anlegt Vorlesungsbesucher zu belohnen. So kann es sein, dass er nur in der Vorlesung etwas bespricht, das dann definitiv in der Klausur abgefragt wird. Allerdings muss ich sagen, dass ich hier das Glück hatte und in meinem Studium auf solch einen Dozenten nicht gestoßen bin. Hier war alles schön fair und die Prüfung auch ohne Vorlesung machbar.

Einige von uns können leider nicht auditiv lernen. Ich gehöre dazu. Es geht da rein und da raus. Die selbe Zeit intensiv an einem Lehrbuch sitzen, bringt für mich enorm viel mehr. Noch dazu hat mich die Vorlesung oft sehr müde gemacht, sodass ich danach nichts nacharbeiten konnte. Aber keine Sorge, für all diejenigen, die keine auditiven Lerntypen sind, die Vorlesung aber nicht meiden wollen, zeige ich unten noch einen anderen Lösungsweg auf.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich in der Vorlesung, in die ich nicht gegangen bin, sondern selbstständig gelernt habe, die bessere Note erlangt habe. Es macht also schon Sinn sich damit zu beschäftigen, ob eine Vorlesung wirklich Lernfortschritt für einen persönlich bedeutet. Ich habe dennoch regelmäßig die Uni besucht und eine Balance gefunden. So ganz furchtlos war ich dann also doch nicht. Doch da gibt es andere, die wirklich gute Erfahrungen gemacht haben.

Entweder Vorlernen oder Nachbearbeiten

Nun also zu meinem Lösungsweg derjenigen, die sich nicht so ganz trauen die Vorlesung zu meiden, jedoch ohne Lernfortschritt aus dieser treten.

Ich hatte mit einer Vorlesung wirklich starke Probleme. Irgendwie verstand ich einfach den Lehrstil meines Professors nicht. Ich kam damit einfach überhaupt nicht zurecht. Dennoch musste ich seine Vorlesung besuchen, weil die Prüfungssituation es so wollte. Da der Prof. einen Lehrplan online stellte (wie die meisten Dozenten), wusste ich welche Themen wir in der nächsten Vorlesung besprechen würden. Also lernte ich intensiv dieses Kapitel einen Tag vorher. Ich wusste also schon alles, als ich in die Vorlesung ging. Der Vorteil darin besteht, dass ihr auch als nicht-auditiver-Lerntyp hier die Materie wiederholt. Und wie jeder weiß: Wiederholung ist der Schlüssel. Es verfestigte sich alles im Kopf und Unklares wurde mir nochmal erklärt. Außerdem findet man so schnell Fehler: was habe ich nicht gut genug angesehen? Was hatte ich selbst anders verstanden?

Das war für mich persönlich eine bessere Option als das Nachbearbeiten.

Entweder in der Bib oder zuhause

Hier gibt es nicht viel zu berichten. Ich lege dir nur ans Herz für dich selbst zu entscheiden und nicht in der Bib zu lernen, weil deine Freunde es so machen. Wo konzentrierst du dich besser? Wo fühlst du dich wohler? Mich persönlich hat es wahnsinnig gemacht, dass ich mich mies fühlen musste, wenn ich niesen oder husten musste (und ich hatte dank meiner Stauballergie in der verstaubten Teppichboden-Bib wirklich Freude :’D). Ich habe auch noch Fledermausohren. Jedes Geräusch meiner Nachbarn lenkte mich ab.

Andererseits war das „gebuchte Zimmer“ in der Bib wirklich klasse! So konnte ich mit Freunden ungestört in einem extra Raum lernen und uns gegenseitig helfen. Wobei auch manchmal so mehr getratscht wurde, anstatt konzentriert zu arbeiten…

Entweder Stift und Papier oder Laptop

Für alle Erstis, die es noch nicht herausgefunden haben: probiert alles in der Vorlesung aus was geht. Ich habe wirklich zwischen Laptop und Stift gewechselt. Bis heute könnte ich nichts empfehlen, da es so auf die eigene Person ankommt. Probiert hier auch andere Schreibtechniken aus (z.B. die SQR3-Methode).

Entweder Drucken oder Digital

Ich wäre so glücklich gewesen, wenn ich digital lernen könnte. Leider war es bei mir sehr oft der Fall, dass ich ohne Papierform nicht viel verstanden habe. Ich muss einfach „arbeiten“, d.h. markieren was das Zeug hält und Notizen machen. Vielleicht hat hier einfach auch nur ein sehr gutes Tablet gefehlt. Wenn ihr also mit dem Gedanken spielt euch so ein Gerät zu besorgen, dann spricht auf jeden Fall eines dafür: die Umwelt und eure Nerven! Nach Jahren des Studiums habe ich nach dem Examen einen Berg an Papier entsorgt (und es nur einmal in meinem Leben angesehen). Manchmal helfen die Ersti-Sachen sehr gut, wenn man etwas nicht versteht. Aber die meiste Zeit ist meine Lernliteratur mit mir gewachsen. Gemeint ist, dass ich das Vorlesungsmaterial höchstens zwei Mal zum Lernen verwendet habe. Wenn man bedenkt wie viel Müll ich damit gemacht habe, tut es mir weh. Aber auch als umweltbewusster Mensch musst du dich nicht fertig machen, wenn es halt nicht anders klappt, als mit dem Drucker.

Das gleiche gilt übrigens auch mit den Lehrbüchern. Ich habe sie überwiegend gekauft, weil ich einfach Markieren muss.

Entweder früher Vogel oder Nachteule

Dass einige morgens und andere Abend lieber lernen, scheint bestimmt nicht verwunderlich zu sein. Hier weißt du vielleicht auch schon längst zu welchem „Gefieder“ du gehörst. Aber auch als Nachteule sollte dir bewusst werden, dass ein gesunder Schlafrhythmus nicht entbehrlich ist! Bitte achte hier auf deine Gesundheit. Es mag in den ersten Semestern vielleicht noch wunderbar funktionieren, die Uni vor die Gesundheit zu stellen, aber ich verspreche dir, dass du irgendwann die Quittung bekommst. Also sei hier liebevoll zu deinem Körper, der doch so unglaublich viel für dich in der Klausurenphase leistet! Schlaf genug und hab einen gesunden Rhythmus.


Du bist einzigartig. Einen solchen Menschen wie dich gibt es nicht noch einmal. Also lass dir von niemanden einreden, dass du es nicht richtig machst. Wenn es sich dein Weg für dich stimmiger anfühlt, als der Weg der großen Mehrheit, dann ist das halt so.

In Worten eines Jura-Dozenten gesagt: nur weil es sich um eine Mindermeinung handelt, heißt es nicht, dass diese Ansicht falsch ist. Es kommt auf die Argumentation an 😉

Ich wünsche dir viel Erfolg und Freude in deinem Studium!

Deine Meinungsstreiterin ❤

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